Ausgelacht – Ein Talburg-Krimi von Frank Kraemer

Eine Stadt. Eine Leiche. Ein Symbol aus Blut.

Autor: Michael P.

Nach zwei Sachbüchern veröffentlicht Frank Kraemer mit „Ausgelacht“ seinen ersten Roman. Ein klassischer Thriller mit einer starken weltanschaulichen Botschaft. So gelingt der Brückenschlag auch zu einem noch nicht politisierten Publikum.

Doch vorab kurz zum Autor: Frank Kraemer zeichnet sich durch zwei wesentliche Eigenschaften aus, die ihn von der überwiegenden Mehrheit der deutschfreundlichen Aktivisten unterscheidet. Zum ersten beweist er über Jahrzehnte eine konsistente und konsequente Schaffenskraft. Ernsthaft und gelassen gleichermaßen widmet er sich den brennenden sozialen und politischen Problemen des deutschen Volkes. Und dabei erfindet er sich zweitens stets neu, ohne sich dem Zeitgeist anzubiedern oder inhaltlichen Boden preis zu geben. Als Komponist, Gitarrist, Sachbuchautor, Podcaster, Vlogger, Vortragender, Kampagnenmacher und jetzt auch belletristischer Schriftsteller sucht er immer das passende Trägermedium für seine Botschaft.

Man merkt seinem Thriller-Debut deutlich die Schreibfreude an. Kraemer beweist sein Talent, Handlungsstränge zu verdichten, szenisch zu formulieren, Spannung zu erzeugen und lebendige Charaktere zu erzeugen, die dem Leser Identifikationsfläche bieten. Im Kern der Geschichte steht ein brutaler Mord an einer zwielichtigen Gestalt, die sowohl in der Halbwelt, als auch in der gehobenen Gesellschaft der fiktiven Stadt Talburg bestens vernetzt war. Die Kripo tritt auf der Stelle und zieht ein privates Ermittler-Duo hinzu. Dessen Kopf, der ehemalige Polizist Stefan Sand, ist auch der Protagonist des Romans. Schnell deuten die Spuren auf einen politischen Hintergrund hin. Der mysteriöse rechte Intellektuelle Tristan Gracht ist den Mächtigen in der Stadt schon lange ein Dorn im Auge. Steckt er möglicherweise hinter der Bluttat?

Mit hoher Geschwindigkeit spurtet die Handlung voran. Kraemer bedient sich hier zweier Kunstgriffe, um diesen Effekt zu verstärken: Er formuliert im Präsens und jedes Kapitel ist zeitlich immer exakt eingeordnet, was der Handlung eine enorme Kompaktheit und Intensität verleiht. Zudem kommt ihm ein außerordentliches Geschick für Dialoge und eine akribische Recherche etwa polizeilicher Abläufe zugute. Ein echter Pluspunkt gegenüber anderen Schreibern, die diese Mühe scheuen und sich lieber in Klischees verlieren.

Auf der erzählerischen Ebene bleibt Kraemer in seinem Erstling den Konventionen des Genres treu und holt seine Leserschaft so in ihrer Erwartungshaltung ab. Der wesentliche Mehrwert besteht hingegen in der weltanschaulichen Tiefe, die der Autor immer wieder geschickt und nie plakativ oder propagandistisch einwebt. Gerade der Umstand, dass die Hauptfigur politisch zunächst eher als unbeleckt gelten darf und sich sein Blick erst mit dem Fortschreiten der Geschichte weitet, macht ihn anschlussfähig für ein breites Publikum. Es wird deutlich – „Ausgelacht“ ist nur die Ouvertüre für ein größeres, mehrere Bände umspannendes Werk, in dem Kraemer viele Stränge noch wird vertiefen können, die bislang nur angedeutet bleiben.  

Wie bereits bei Blutreben und rebellischen Herzen erweist sich der Roman als einmal mehr als wirksames und wertvolles Mittel zur metapolitischen Hermeneutik. Es wäre sowohl dem Autor, als auch der gesamten deutschfreundlichen Bewegung zu wünschen, dass sich ein großer kommerzieller Erfolg mit der entsprechenden Strahlkraft einstellt. Auf die Unterstützung von Spiegel-Beststeller-Liste und anderen massenmedialen Zensur-Institutionen wird man dabei natürlich nicht setzen können.

Also gilt es jetzt für alle Mitstreiter und Gesinnungskameraden: Egal ob Jul, Wiegenfest oder einfach nur Grillen bei den Nachbarn, lasst die Pralinen und den trockenen Rotwein im Regal stehen und bringt lieber ein frisch gedrucktes Exemplar von „Ausgelacht“ mit – wäre ja gelacht…

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